Am Abend vor Fasnachtsbeginn in Luzern haben rund 85 Personen den Weg ins Armeeausbildungszentrum Luzern (AAL) zum Startanlass des SPFZ gefunden. Die aktuelle Sicherheitslage im In- und Ausland, mit erneuten Terroranschlägen in unseren Nachbarländern, sowie die Rücktrittsankündigungen der Departementsvorsteherin VBS, des Chefs der Armee und des Chefs des Nachrichtendienstes des Bundes beschäftigen. Wie steht es um die Sicherheitspolitik in der Schweiz?
Dr. Markus Mäder, Staatssekretär des per Januar 2024 geschaffenen Staatssekretariats für Sicherheitspolitik SEPOS, hatte zwei Schwerpunkte für sein Referat: Einleitend stellte er uns das SEPOS vor. Das SEPOS befasst sich mit den übergeordneten konzeptionellen Grundlagen für eine kohärente, gesamtheitliche und vorausschauende Sicherheitspolitik der Schweiz, antizipiert sicherheitspolitische Entwicklungen und erarbeitet Handlungsoptionen zuhanden der politischen Entscheidungsträger. Voraussetzung für die Aufgabenerfüllung des SEPOS ist die enge Zusammenarbeit mit sämtlichen sicherheitspolitischen Akteuren. Oder anders ausgedrückt, liegt der Schlüssel zu einer erfolgreichen Sicherheitspolitik in der Vernetzung und im Verbund mit Partnern im Inland und mit dem Ausland. Im zweiten Teil stand die aktuelle Weltlage im Zentrum, und was die Sicherheitspolitische Strategie 2025 der Schweiz, die derzeit unter Federführung des SEPOS entsteht, damit zu tun hat.
In Europa besteht Einigkeit darüber, dass sich die Weltlage so herausfordernd und gefährlich zeigt wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Wir erleben gerade eine epochale Umbruchphase in den internationalen Beziehungen. Verschiedenste Akteure verfolgen ihre eigenen Interessen, die geopolitischen Rivalitäten nehmen zu, bewaffnete Konflikte häufen und verschärfen sich. Angesichts der Neuausrichtung der amerikanischen Aussen- und Sicherheitspolitik unter Präsident Tump stellt sich die Frage, wie stark Europa sich zukünftig noch auf den Schutzschirm USA verlassen kann. Im selben Moment können wir beobachten, dass völkerrechtliche Regeln immer häufiger missachtet werden und die Hemmschwelle, militärische Gewalt anzuwenden, sinkt. Mit der Erarbeitung einer Sicherheitspolitischen Strategie im Jahr 2025 will der Bundesrat Antworten darauf finden, wie die Schweiz ihre Verwundbarkeiten reduzieren sowie Prävention und Resilienz stärken, die innere und äussere Sicherheit sowie ihre zivilen und militärischen Abwehrfähigkeiten verbessern und gleichzeitig ihre Souveränität bewahren sowie den Handlungsspielraum erhöhen kann. Dazu sollen auf Basisder Werte und Interessen sowie des sicherheitspolitischen Profils der Schweiz Leitlinien, Ziele, Wege und Mittel zur Umsetzung definiert werden. Die Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2025 wird als Grundlagendokument für die kommenden Jahre für die grundlegende Ausrichtung der Sicherheitspolitik und als Richtschnur für die Instrumente und Politikbereiche dienen. Letztendlich geht es darum, durch Glaubwürdigkeit, Entschlossenheit und Gemeinsamkeit eine umfassende Abwehr- und Verteidigungsbereitschaft sicherzustellen, um die Unabhängigkeit und Souveränität der Schweiz heute und in Zukunft zu garantieren.
Anschliessend an das Referat beantwortete Staatssekretär Mäder noch Fragen aus dem Publikum, unter anderem zur Awareness der Schweizer Bevölkerung bezüglich Sicherheit, zur Angst vor terroristischen Anschlägen auch hier in der Schweiz, zur «European Sky Shield Initiative», zur Strommangellage als mögliches Bedrohungsszenario und zur Sensibilisierung hinsichtlich Informationssicherheit (Stichwort Skype-Telefonie) in der Bundesverwaltung.
Der Vorstand SPFZ bedankt sich herzlich für die spannenden Erläuterungen des Staatssekretärs sowie das rege Interesse der Besucherinnen und Besucher.